Wir bauen eine Wohnung

KünstlerInnen

Luisa Kasalicky in Kollaboration mit Ajla Ayidan, Franz, Bergmüller, Jakob Neulinger, Gloria Pagliani, Günter Puller, Arnold Reinthaler, Samuel Schaab, Anneliese Schrenk, SPUTNIC, Andrea Zabric, Siegfried Zaworka

KuratorInnen

Luisa Kasalicky und Siegfried Zaworka

Eröffnung

20.03.2026 19:00 Uhr

Dauer

21.03.2026 – 30.05.2026

Grafik

Anna Liska

»In einer symbolischen Raumanordnung werden Gegenstände des Alltags, die unser Sein oder Bruchstücke davon dokumentieren, ästhetisch untersucht. Räume überschneiden sich in ihrer Verwendung und gehen wie im Traum ineinander über – die Objekte des täglichen Lebens entfallen uns bisweilen in ihrer sonderbaren Präsenz. Ein erster, zweiter und dritter Blick zu Funktion, Repräsentation und Körperbezug löst die Konzeption von Gebrauchsgut in Fragestellungen menschlicher Existenz auf.«
Luisa Kasalicky und Siegfried Zaworka

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»Nun kaufte er alle nur mögliche Materialien zusammen und ließ sie herausfahren; dann sah man ihn, wie er tagelang in seinem sonderbaren Kleide (das er übrigens selbst angefertigt nach bestimmten eigenen Prinzipien) den Kalk löschte, den Sand siebte, die Mauersteine in regelmäßige Haufen aufsetzte u.s.w. Mit irgendeinem Baumeister hatte er nicht gesprochen, an irgendeinen Riss nicht gedacht. An einem guten Tage ging er indessen zu einem tüchtigen Mauermeister in H- und bat ihn, sich morgen bei Anbruch des Tages mit sämtlichen Gesellen und Burschen, vielen Handlangern u.s.w. in dem Garten einzufinden und sein Haus zu bauen. Der Baumeister fragte natürlicherweise nach dem Bauriss und erstaunte nicht wenig, als Krespel erwiderte, es bedürfe dessen gar nicht, und es werde sich schon alles, wie es sein solle, fügen.

Als der Meister anderen Morgens mit seinen Leuten an Ort und Stelle kam, fand er einen im regelmäßigen Viereck gezogenen Graben, und Krespel sprach: ›Hier soll das Fundament meines Hauses gelegt werden, und dann bitte ich die vier Mauern so lange heraufzuführen, bis ich sage, nun ist's hoch genug.‹ ›Ohne Fenster und Türen, ohne Quermauern?‹, fiel der Meister, wie über Krespels Wahnsinn erschrocken, ein. ›So wie ich Ihnen es sage, bester Mann‹, erwiderte Krespel sehr ruhig, ›das übrige wird sich alles finden.‹«

E.T.A. Hoffmann: Rat Krespel, Erstveröffentlichung, 1818

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