Sriwhana Spong

Ausstellung

20 Apr– 11 Mai 2012

Eröffnung

19 Apr 19:00

Partners

Michel Lett Gallery, Aukland

Unterstützt von

Wien Kultur

Fotografie

© Michel Lett Gallery

Die erste Ausstellung in diesem Jahr widmet sich der neuseeländischen Künstlerin Sriwhana Spong. Spongs künstlerische Praxis greift auf Elemente der modernen Abstraktion zurück und führt sie, indem sie ihre persönliche Körpersprache entwickelt, in Bereiche des Tanzes und der Mythologie über. Mit komplexen, filmischen und realen Installationen, die sowohl auf Videoarbeiten und Super8–Projektionen basieren, als auch mit rätselhaften Skulpturen und Collagen, in denen sie Fragmente der Populärkultur der 70er Jahre mit Ritual, Realität und Mythos verflechtet, versucht sie der Entstehung von Geschichten und der Art und weise, in der sie erzählt werden, nachzuspüren.

In der Ausstellung in Wien werden ihre zentralen Video- und Filmarbeiten ›Lethe – wards‹ und ›Costume for Mourner‹ sowie Collagen präsentiert. ›Costume for Mourner‹ rekonstruiert die Tanzchorgeografie aus dem Ballett ›Le Chant du Rossignol‹, das anhand Hans Christian Andersen’s Märchens ›Die Nachtigall‹ von Igor Stravinsky und Gorge Balanchine für Djagilews Ballett Russes entwickelt wurde. Die Geschichte der Nachtigall erzählt vom Chinesischen Kaiser, der seine Nachtigall gegen einen mechanischen Vogel austauscht, der jedoch bald defekt wird. Durch die Rückkehr der lebenden Nachtigall erholt sich der Kaiser nicht nur von schwerer Krankheit, er erfährt auch über den wundervollen Gesang des kleines Vogels von der Welt außerhalb seines Palastes und höfischen Lebens. Spong spricht dabei eine berührende Geschichte über Mensch und Natur, das Leben und die Technik, das Sterbliche und Ewige an.

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Es existieren keine Originalaufnahmen von ›Le Chant du Rossignol‹ aus dem Jahr 1925, da Djagilew der Meinung war, dass die Filmtechnologie der damaligen Zeit nicht im Stande war die Bewegungen seiner Tänzer genügend wiederzugeben. Die einzigen verbliebenen Artefakte des Balletts sind wenige Fotos der Tänzer sowie der speziell von Henri Matisse für das Ballett entwickelten Kostüme.›Costume for Mourner‹, dargestellt und choreografiert von Benny Ord wird so einerseits ein träumerischer Tanz über das, was verloren gegangen ist und andererseits eine zeitgenössische und persönliche künstlerische Synthese zwischen Körper, Kostüm, Bild und Bewegung.

›Lethe-wards‹ zeigt in einer Doppelprojektion das Paar der Hauptcharaktere des Balletts ›Le Chant du Rossignol‹. Mit dem Titel ›Lethe-wards‹, nimmt Spong Bezug auf den Namen eines der Unterweltflüsse der griechischen Mythologie, Lethe, dessen Wasser seine Trinker ihre Erinnerungen vergessen lässt. Spong thematisiert diesen Verlust, indem aus den wenigen verbliebenen Erinnerungsfragmenten einen Tanz zwischen dem Kaiser und seiner Nachtigall entwickelt. In ›Lethe-wards‹ umfasst zwei Filme — der erste Farbfilm zeigt den Tanz des Kaisers in Digitalfassung und der zweite, in schwarz-weiß gedreht auf 35 mm Film, präsentiert die tanzende Nachtigall.

Auch die Collagen von Sriwhana Spong befassen sich mit Momenten der Dynamik und Bewegung und ihrer räumlichen und zeitlichen Dimension und verbinden diese zu geometrischen Figuren und Formen. Über die Wechselwirkung zwischen Geometrie und der organischen Struktur der Körper der Tänzer sagt Spong: ›there are no full stops to the body, just lines that go on.‹

›The collages relate to the films by being of Balanchine and or his choreographies. They are explorations into images and their dispersion, as well as the experienced event and its representation. In my research for the two films I kept coming across duplicates of images in different books- where each image would be slightly different depending on paper stock, size, print ink etc. I enjoyed the instability that these shifts created. Other collages are different view points of the same dance — so there is a sense of a shifting and roving viewpoint. The triangle shape that I cut out to reveal one image behind the other is based on the chevrons of the Matisse costume used in Costume for a Mourner.‹ Spongs künstlerische Arbeiten verbinden Kunst,Tanz und Narration, Bewegung, Raum, Zeit und Bild. Sie basieren auf Recherchen und Analogien, die durch historische und kulturelle Distanz, durch persönliche Erinnerungsarbeit intellektueller und körperlicher Verwandlung in eine betörende und geheimnisvolle Welt entführen.

Sriwhana Spong wurde in Auckland (Neuseeland) 1979 geboren. Seit ihrem Abschluss 2001 an der Elam School of Fine Arts Universität Auckland Arbeiten wurden ihre in Einzel- sowie Gruppenausstellungen in Australasien, USA und Europa gezeigt.

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