Simon Schubert

Ausstellung

12 Dez – 15 Jan 2012

Eröffnung

11 Dez 19:00

Ort

Bauernmarkt 9, 1010 Wien

Dank an

Michel Lett Gallery, Aukland

Fotografie

© Neuer Kunstverein Wien

Mit der letzten Ausstellung in diesem Jahr zeigt der Neuer Kunstverein Wien das Projekt von dem in Köln lebenden und arbeitenden Künstler Simon Schubert. Simon Schubert bedeckt oft in seinen Installationen ganze Wände und Decken des Ausstellungsraumes mit weißem Papier und verwandelt diese in labyrinthisch anmutende Räume. Schubert bearbeitet das Material durch filigrane Faltungen und lässt so Ornamente, Vertäfelungen und komplexe architektonische Bilder entstehen. Die gefalteten Bilder und Strukturen treten im Streiflicht hervor und sind erst im Spiel von Licht und Schatten wahrnehmbar.

In seinen Arbeiten werden oft leere Räume mit literarischen Geschichten verwoben. In seinem Projekt ›House Asher‹, 2011 aus dem einzelne Arbeiten in Wien zu sehen sein werden, macht er eine Referenz zu Edgar A. Poes gleichnamigen Erzählung.

Das Werk Samuel Becketts interessiert Schubert sowohl auf der inhaltlichen als auch der formalen Ebene. Becketts literarisches Werk wurde zur Inspiration Schuberts ersten Faltungen. Einerseits die Auflösung ganz in Weiß sowie die Reduktion spiegelte den Beckettschen Gedanken in seinen Papierarbeiten.

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In der Ausstellung in Wien zeigt Simon Schubert sein Projekt, wo er gemeinsam mit einem Architekten im Jahr 2010 ein großes Haus, das nach dem Vorbild der Villa de Bank aus dem 19 Jh. in Enschede in den Niederlanden entstand, mit einem CAD-Programm entworfen, wobei die Wandverzierungen und Stuck sehr reduziert dargestellt wurden. ›Der Gedanke war mit Hilfe des CAD Programms einen übergeordneten Komplex zu erstellen, der dann in die Einzelbilder aufgeteilt wird. Dies sollte auch der Editionsgedanke an diesem Projekt sein, obwohl die Arbeiten natürlich alles Unikate sind. Im Film wird dann wieder die gesamte Edition zusammengefügt.‹ Aus den CAD Entwürfen sind hundert Einzelblätter entstanden.

Die hundert Bilder stellen einen Durchgang durch die Villa und gleichzeitig ergeben sie in der fotografierten Abfolge einen Stop-Motion Film. In der Ausstellung werden eine Auswahl der Papierarbeiten sowie der Film zu sehen sein.
›Ein interessanter Gedanke, der in allen Arbeiten vorhanden ist, ist Architektur als gefaltete Fläche zu verstehen. Ein sehr mathematischer Ansatz mit dem ich immer wieder auf verschiedene Weise spiele, bzw. zwischen Raum, illusionärem Raum und Abbild von Raum hin- und herspringe. Bei der Edition nähere ich mich auch diesem Thema. In vielen anderen Bildern sind oft Spiegel oder Durchsichten und Bilder, die die illusionäre Räumlichkeit der Bilder in Frage stellen oder ergänzen. Es wird unklar, was Raum, Bild oder Abbild von Raum ist. Bei den großen Papierinstallationen gehen die Bilder in den tatsächlichen Raum über und setzen diesen fort.‹

Wie in einem Geisterkabinett bewegt man sich durch sich wiederholende Muster und mysteriöse Bilder. Alle in den Faltungen geschaffenen Räume könnten als ein Kontinuum betrachtet werden. Alle folgenden Blätter sind wiederum Teilansichten eines imaginären labyrinthischen, endlosen Gebäudes mit Korridoren, Treppenhäusern, Kabinetten, ein Ort an dem es immer nur weiter geht und dessen Türen keine Ausgänge sondern nur Zugänge zu anderen Räumen sind. Der Blick verliert sich in einer Welt der permanenten Vervielfältigung, Wiederholung, Kopierung.

Simon Schubert, geb. 1976 in Köln, DE. Lebt und arbeitet in Köln

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